Was diese Liebenden erzählen, ist wundervoll…

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… vier ebenso wundervolle Aufführungen auf die Bühne zu bringen. Das war unser großes Ziel.
Doch fangen wir von vorne an:
Alles begann mit dem Kampf um die Plätze im P-Seminar Theater unter den Leitfächern Musik und Religion. Nachwirkend beeindruckt von den Theaterprojekten der letzten Jahre gab es auch in diesem Jahr wieder zu viele Bewerber für das Seminar. Schließlich aber waren wir startklar: 24 hochmotivierte Schauspieler und Anton Moser. Anton hatte es nicht in das Seminar geschafft, war und ist dennoch unverzichtbar. Auf Wunsch von Meister Kraus stieß auch Maximilian Scheiner zu uns, für den von Anfang an die Rolle des Philostrat bestimmt war. Als leitende Kräfte an der Spitze unserer Truppe: zwei unglaublich kreative, enthusiastische und durchorganisierte (…) Lehrer.

Zunächst erfolgten Einführung in unser Stück „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare und Trainingseinheiten in Aktion, Intonation und Artikulation für die Bühne. Schnell wurde es spannend, da es auf die Rollenverteilung zuging. Manche von uns hatten schon ganz zu Beginn die große Traumrolle vor Augen gehabt und fieberten darauf hin, eben diese Rolle zu bekommen. Manche eher weniger und ließen sich überraschen. Dramatische Szenen spielten sich nach der Rollenverteilung ab. Die Emotionen reichten von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt.

Von nun an nahm das Theater auf dem Weg zum großen Ziel seinen Lauf. Probennachmittage, erste Probenwochenenden und die Verteilung der Arbeitsgruppen für Plakat, Programmheft, Kartenverkauf etc. standen an.
Erster Höhepunkt war der Aufenthalt in Wiesenbronn. Hier hieß es drei Tage lang Spiel & Spaß und schließlich wurde ein gewagtes Experiment durchgeführt: Ein erster Gesamtdurchlauf ohne Unterbrechung durch Herrn Kraus, was tatsächlich glückte.

Professionelle Unterstützung erhielten wir von Marianne Kittel, erfahrene Schauspielerin am Mainfranken-Theater Würzburg. Zusammenfassend könnte man sagen: viel Arbeit, viel Spaß, viel Müdigkeit und dennoch ein äußerst produktives Wochenende.

Nun hatten wir noch zwei Monate bis zur ersten Aufführung. Anspannung und Vorfreude stiegen Woche für Woche. Nicht wegzudenken ist unsere „Magic Mama“, unsere Quelle der Inspiration, unsere gute Seele: Sigrid Maroske. Stellvertretend für ihr ganzes Wirken sind hier das imposante Bühnenbild und unsere traumhaften Kostüme (über 100!), die zum großen Teil per Handarbeit im Hause Maroske gefertigt wurden, zu nennen. Die Zeit verging wie im Flug und schnell hatten wir nur mehr wenige Wochen bis zur Premiere. Wir durften uns enormer Nachfrage erfreuen, weshalb wir uns ganz spontan für eine zusätzliche fünfte Aufführung entschlossen.
Am 18. März standen schließlich 190 aufgeregte Schüler und zwei erwartungsvolle und auch etwas nervöse Lehrer mit ihrem Team von unterstützenden Kollegen, wie Frau Blum-Pfingstl, Frau Schneider, Herr Haidu, Frau Dehner und Herr Englert auf, unter, hinter, vor und neben der Bühne.

Um 19 Uhr ging es los. Zwei weiße Gestalten stolperten aufgeregt auf die Bühne und hüpften etwas verwirrt herum. Es folgte vier Minuten lang ein pantomimischer Schnelldurchlauf des Stücks mit wunderbarer musikalischer Begleitung durch die Cellisten Vincent Irtel von Brenndorff und Sebastian Kuhn. Danach herrscht große Aufregung bei den Hochzeitsvorbereitungen am Hofe des Theseus (Paul Huslage), der sich endlich mit der etwas unwilligen Hippolyta (Sophia Weipert / Alina Penquitt) vermählen will. Unterbrochen wird diese Rahmenhandlung von dem durch die hysterische Mutter (grandios Theresa Tober) der Hermia gehinderten Liebesglück zwischen Hermia (Katharina Peter / Rebekka Berger) und Lysander (Anton Moser!).
Aufgrund der Flucht der beiden in den Wald, kommt es zu allerlei Chaos zwischen den Paaren Hermia+Lysander und Helena+Demetrius. Die stets unzufriedene Helena (Klara Albert / Helena Eggert) liebt den Demetrius (Moritz Hofmann), der sich fortan auf der Flucht vor ihr befindet. Kleiner Nebeneffekt für noch mehr Verwirrung: Demetrius ist zusätzlich der Liebling der Hermia-Mutter Egea und wäre nach ihrer Wahl der geeignete Partner für ihre Hermia. Hermia will ihn aber nicht, sondern, wie wir schon wissen, Lysander.
Von diesem Szenario ist auch Puck, der zwittrige Gehilfe des Elfenkönigs, etwas verwirrt und es kommt zu allerhand Verwechslungen. Somit sind wir auch schon bei dem dritten Handlungsstrang des Stücks. Zu allem Überfluss herrscht im Wald mal wieder größte Unruhe aufgrund eines Streits zwischen dem Elfenkönig Oberon (Leonhard Topel) und seiner Gemahlin Titania (Thea Hoffart / Lea Hausmayer). Der Diener Puck (unsere Wenigkeit) wird losgeschickt um alle möglichen im Wald umherirrenden Athener zu verzaubern, weshalb unter anderem der arme Zettel (sagenhaft Lennart Probst) in einen Esel verwandelt und von Titania umschwärmt wird.
Durch ein wenig Magie ist am Ende aber alles gut und es wird endlich die große Hochzeit am Königshof des Theseus gefeiert, bei der das Schauspiel-Ensemble der Handwerker (Thilo Lehmeyer als Mond, Kristin Schröder als Wand, Krzysztof Radacki als Löwe, Phillip Wehner als liebreizende Thisbe und Lennart Probst als heldenhafter Pyramus) um ihrem Regisseur Peter Squenz (Marian Mrfka) seinen großen Auftritt hat. Bei dieser Truppe war nämlich durch die Verzauberung des Zettel auch allerhand dazwischen gekommen. Zusätzlich gab es bei der Hochzeit noch zwei andere Pärchen, nämlich unsere alten Bekannten Hermia+Lysander und Helena+Demetrius.


Musikalisch untermalt wurde das Theaterstück unter der Leitung des Meisters von Schulchor, Orchester und Bigband. Alles in allem war jede der fünf Aufführungen ein wunderbares Erlebnis für alle Beteiligten, das wir so schnell nicht vergessen werden.
Deswegen möchten wir uns bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement bedanken. Auch bei unserem ehemaligen Mitschüler Julian Müßig, der unvergessliche Momente hinter und vor der Bühne für uns auf Kamera festhielt.
Viel Dank gebührt auch den Mitarbeitern der Musikhochschule, die es uns mit ihrer Professionalität mit Beleuchtung und Bühnentechnik sehr angenehm gemacht haben, dort zu spielen und Frau Christel und Frau Wacker in unserem Sekretariat im Wirsberg-Gymnasium, die uns immer helfend zur Seite standen.
Ebenso muss unsere liebe Schulleitung - Herr Raith, Herr Kilian und Frau Martin - genannt werden, die immer hinter uns stand und unser Projekt gefördert und unterstützt hat.
Zum Schluss gilt besonderer Dank unseren beiden Lehrern: Siegfried Hutzel, der als erfahrener Schauspielregisseur immer ein offenes Ohr für uns hatte und dem Ganzen die nötige Ausgeglichenheit verlieh, und dem Meister Harald O. Kraus, der durch seine Kreativität sowohl musikalisch als auch schauspielerisch eine außergewöhnliche Gesamtkomposition geschaffen hat. Nur durch ihren Einsatz, ihre Ideen und ihre Geduld mit uns durften wir an einem so wundervollen Erlebnis teilhaben.

 

Würzburg, 19. Juni 2015 Letizia Götte, Nicolas Cymara


 

 

 



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