Das Wirsberg-Gymnasium zu Gast in unserer Partnerstadt Trutnov (Trautenau)
Eine spannende fünftägige Begegnungsreise im Rahmen des Geschichtsunterrichtes
Ziel der von ihren Lehrern K. und H. Flöter organisierten Reise war nicht nur der kulturelle Austausch mit der 11. und 12. Jahrgangsstufe des dortigen Gymnasiums, sondern auch eine intensive Auseinandersetzung mit der gemeinsamen, oft schmerzhaften Geschichte der Region.
Die stellvertretende Schulleiterin Petra Tichá empfing die Würzburger Gruppe mit großer Gastfreundschaft am Gymnasium Trutnov, wo die Jugendlichen schnell ihre Partnerschüler trafen. Da die tschechischen Gastgeber in der Schule sowohl Deutsch als auch Englisch lernen, brachen die Sprachbarrieren im Nu und alle kamen miteinander ins Gespräch. Nach einem schönen Kunst-Projekt zum Kennenlernen der Bauwerke, führten die tschechischen Gastgeber die Würzburger mit einer Rallye durch die nordböhmische Stadt. Im Rathaus kam es zu einem offiziellen Treffen mit dem Bürgermeister, der den Jugendlichen Einblicke in die aktuelle Entwicklung Trutnovs gab.
Besonders lehrreich war die Begegnung mit einer Zeitzeugin(Jg. 1944), die als Vertreterin der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik aus ihrem nicht leichten Leben nach dem Krieg in der ČSSR berichtete. Ergänzt wurde das historische Programm durch Exkursionen in das neue Museum zum Riesengebirge in Vrchlabí (Hohenelbe), das Museum im Kalkofen in Albendorf sowie in das Stadtarchiv, in dem ihnen wertvolle Urkunden und Dokumente aus der bis ins 13. Jahrhundert zurückgehenden Stadtgeschichte Trautenaus vorgelegt wurden. Ein besonderes Highlight waren die Wanderungen in den Wekelsdorfer Felsen und im Riesengebirge. Mit Hilfe einer GPS-Wanderung erkundeten die Schüler unter Anleitung des dortigen Biologie-Lehrers die verschwundenen, ehemals von Deutschen besiedelten Dörfer im Dörrengrund rund um Rýchory (Rehorn). Diese Orte waren durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung im Jahr 1946 verlassen und sind heute vollständig von der Natur überwachsen – ein eindrucksvolles und greifbares Mahnmal der Geschichte.
Mit einem großen Wissensschatz und vielen neuen Eindrücken kehrte die Würzburger Gruppe schließlich zurück. Imkommenden September wird die tschechische Austauschklasse zum Gegenbesuch hier empfangen. Dass dieses wichtige Begegnungsprojekt realisiert werden konnte, verdanken die Verantwortlichen der finanziellen Unterstützung durch denDeutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, die Stadt Würzburg sowie den Bayerischen Jugendring im Rahmen des Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsregierung.
Lia Grötzinger, 11. Klasse, Schülerin des Wirsberg-Gymnasiums



